GEW vor Ort - MItgliederversammlung 2018

Tony Schwarz referierte am 26.November über die Schwierigkeiten, jüngere Kollegen/innen für die aktive Mitarbeit in der GEW zu motivieren. Ferner berichteten die Kreisverbandsvorsitzenden Anna Held und Sybille Herfurth über die KV-Aktivitäten im zurückliegenden Kalenderjahr und nahmen Ehrungen langjähriger Mitglieder vor.

         Wie gering das Interesse der Mitglieder an aktiver GEWerkschaftsarbeit derzeit ist, konnte man am Alter derjenigen erkennen, die den Weg zur diesjährigen Versammlung im Limburger Domhotel auf sich genommen haben: Außer dem aktiven Vorstand und einem Kollegen mittleren Alters, dessen Ehrung heute vorgenommen wurde, waren nur Pensionäre erschienen. Der jüngste Teilnehmer war mit 45 Jahren Tony, dessen Referat damit buchstäblich ins Schwarze traf. Sein im lockeren Dialog frei vorgetragenes Referat trug den Untertitel: "Warum Personalratsarbeit wichtig ist."

Arbeitsgruppe: "Basisarbeit" auf Landesebene
     Die fehlende Bereitschaft zu ehrenamtlicher Mitarbeit in der Gewerkschaft sieht der als stellvertretender Landesvorsitzender amtierende Referent als gesellschaftliches Problem, und eine kurzfristig wirkende Lösung sei nicht realistisch. Daher hat der Landesvorstand eine Arbeitsgruppe "Basisarbeit" eingerichtet, deren Ziel es ist, die Kreisverbände bei ihrer Gewinnung ehrenamtlicher Mitglieder zu helfen. Denn die Mitgliederzahl sei nach wie vor durchaus erfreulich hoch und bleibe auf konstantem Niveau, nur das Bewusstsein, dass eine Gewerkschaft in erster Linie auf der Basis ehrenamtlicher Mitwirkung erfolgreich arbeiten kann, sei in den letzten Jahren dramatisch gesunken.

Verunsicherung und Vereinzelung, Überlastung und Resignation 
      Das neoliberale Denkmuster, dass jeder für sich alleine verantwortlich ist, sowie die zunehmende betriebswirtschaftlich orientierte Leitung der Schulen mit erheblichem Abbau von Mitbestimmung der Kollegien hat ein Gefühl der Verunsicherung bei Kolleginnen und Kollegen geschaffen, die es immer seltener wagen, sich aktiv für ihre Rechte einzusetzen und gemeinsam mit anderen für Verbesserungen an den Schulen zu kämpfen. Hunderte von Überlastungsanzeigen deuten einerseits darauf hin, dass gewerkschaftliches Gegensteuern dringend geboten wäre, was aber andererseits dazu geführt hat, dass die Betroffenen zuerst alle Termine streichen, die für sie nicht verpflichtend sind - und dazu zählt eben auch leider die Teilnahme an GEWerklschaftlichen Aktivitäten.

Ausweg: Kontakt zu Personalräten und persönliche Gespräche
      
Werbeschriften und Plakate helfen aus diesem Teufelskreis nicht heraus. Tony Schwarz sieht derzeit als einzigen Ausweg den direkten Kontakt zu den Personalräten, die auf Ortsebene zumindest eine Stunde Entlastung für ihre Arbeit bekommen. Letztlich würde nur das direkte Gespräch mit den Mitgliedern eventuelle Schwellenängste abbauen und das Bewusstsein in die Richtung lenken, dass nur die Verteilung der GEWerkschaftsarbeit auf viele Schultern die zusätzliche Belastung in Grenzen hält.

Im Anschluss an das Hauptreferat verlasen die Vorsitzenden Anna Held und Sybille Herfurth den Tätigkeitsbericht des KV und überreichte Ehrenurkunden an langjährige Mitglieder.