Gewerkschaftler auf den Spuren der Römer unterwegs an der Mosel

Eine Zeitreise hat 26 Mitglieder der GEW Oberlahn und Limburg am 19. und 20.Oktober 2019 bis in die Antike geführt.

Auf der Fahrt entlang der Mosel führte zunächst ein Abstecher ins Mittelalter. Von Interesse war die über achthundertjährige Geschichte der Burg Eltz mit ihrer einzigartigen Architektur, die alle denkbaren Baustile bis ins 17. Jahrhundert repräsentiert. Ihre historischen Einrichtungen und die berühmten privaten Schatzkammern wurden bei einer Burgführung lebendig vorgestellt. Schon die kleinen Wanderungen zur Ritterburg, auf einem 70 Meter hohen Felskopf in einem malerischen engen Seitental der Mosel gelegen, und zurück zum Waldparkplatz waren ein Erlebnis.

Auch die sich später anschließende Führung durch das Weingut Rademacher in Cochem war ein Streifzug durch Jahrhunderte der Geschichte des Weinanbaus in den Steilhängen des Moseltals. Die Winzerfamilie informierte besonders über die heutigen modernen Formen des umweltschonenden Weinbaus, die Besonderheiten der Klimaverhältnisse in den idealen Schiefer-Verwitterungsböden und über neue Erkenntnisse zum fachmännischen jährlichen Rebbeschnitt.

In den Kellern und bei der obligatorischen Weinprobe erfuhren die Lehrer, in der Mehrzahl eigentlich erfahrene Pensionäre, noch viel Neues über das Abpressen der Trauben und über die Bedeutung langsamer Gärprozesse. Eine Wissenschaft für sich, spürten die Zuhörer, besonders die Feinheiten bei der Herstellung von Wein, Sekt und Spirituosen, laut einem römischen Sprichwort „ein Geschenk der Götter“.

Nach Weiterfahrt im Reisebus und Ankunft in einem Trierer Hotel nahe dem Wahrzeichen von „Augusta Treverorum“, der Porta Nigra, stand auch mancher Moselwein auf den Tischen des Restaurantes, in dem in gemütlichen Runden der erste Tag seinen kulinarischen Abschluss fand. Bei der Reise in die Vergangenheit am zweiten Tag kam die Reisegruppe an neun Unesco-Welterbestätten der ältesten Stadt Deutschlands vorbei. Die Porta Nigra zum Beispiel gilt als das am besten erhaltene Stadttor nördlich der Alpen, von den Römern vermutlich als „Mainzer Tor“ bezeichnet und erst seit dem Mittelalter als „Schwarzes Tor“.

Vorbei ging es an Römerbrücke, Konstantin-Basilika, Amphitheater oder den Barbarathermen. Die Kaiserthermen und der Trierer Dom standen im Mittelpunkt längerer Erkundungen und der fachkundigen Vorträge einer ungewöhnlich gut vorbereiteten, flexiblen Stadtführerin mit umfassendem Hintergrundwissen. Sie erhielt zu Recht anhaltenden Beifall am Ende des verlängerten Rundgangs.

Den Abschluss bildete ein Besuch des Karl-Marx-Hauses. Vor allem die Lehrer für Politik und Geschichte waren angetan von der modernen Form der Präsentation des Lebens und Wirkens eines berühmten Philosophen und Revolutionärs, der die Welt nicht nur erklären, sondern verändern wollte und bis heute dafür Begründungen liefert.

Jürgen Weil