Karl Ludwig Bleicher verstorben

Am 2. Mai 2020 ist unser langjähriges Mitglied Karl-Ludwig Bleicher im Alter von 82 Jahren verstorben. Ein Nachruf von Werner Röhrig.

Karl Ludwig Bleicher, pensionierter Studiendirektor am HILF ist am 2. Mai 2020 im Alter von 82 Jahren verstorben. Er war 55 Jahre Mitglied in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und leitete 23 Jahre die Außenstelle des Hessischen Instituts für Lehrerfortbildung in Limburg. Dort hat er durch zahlreiche Impulse zum Aufbau und Erfolg der regionalen Lehrerfortbildung beigetragen. 

Karl Ludwig Bleicher wurde am 21.06.1938 als erster von vier Söhnen in Mainz geboren. Die Familie wurde in Mainz zweimal ausgebombt und zog nach Kriegsende nach Frankfurt. Das Interesse am Beruf des Lehrers wurde unter anderem über sein Engagement für Pfadfindergruppen geprägt.

In Frankfurt machte er sein Abitur und studierte dort anschließend an der Universität Pädagogik für das Lehramt an Volks- und Realschulen.

Nach dem Examen wurde er in Kirberg als Volksschullehrer angestellt und blieb bis 1976 an der neu gegründeten Mittelpunktschule in Dauborn als Pädagoge und Lehrer.

Seit 1974 engagierte er sich im Modellversuch Regionale Lehrerfortbildung in Limburg. Der Modellversuch wurde als Außenstelle des Hessischen Instituts für Lehrerfortbildung fortgeführt. – Die Fortsetzung verdankte die Lehrerschaft der Region nicht dem Kultusminister, sondern dem in Offheim beheimateten Finanzminister Heribert Reiz.

Nach einem Jahr als Hilfsreferent am Kultusministerium in Wiesbaden wurde er 1980 zum Leiter des Hessischen Instituts für Lehrerfortbildung - Außenstelle Limburg ausgewählt. Dieses Amt leitete er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003.

Auf seinen Rat konnte man immer vertrauen und seiner Unterstützung sicher sein. Mit seinem feinen, oft hintergründigen Humor half er über so manche Schwierigkeit bei der Umsetzung komplexer Reformen hinweg. Die Auflösung des Hessischen Instituts für Lehrerfortbildung, nur zwei Jahre nach seiner Pensionierung, beurteilte er für einen großen Fehler.

Mit seinem Tod verlieren wir einen Zeitzeugen für ein voll ausgebautes und erfolgreiches Lehrerfortbildungsnetz in Hessen, das sowohl für die Länder der Bundesrepublik als auch die übrigen europäischen Staaten einmalig und vorbildlich war und ohne den Versuch, alternative Finanzierungsmöglichkeiten mit zu nutzen, dem Rotstift knapper Staatsfinanzen zu Beginn des 21. Jahrhunderts geopfert wurde.

Seiner Frau, seinem Sohn und seiner Familie übermitteln wir unser Beileid.