Alarmierende Statistiken verdeutlichen die Dringlichkeit eines effektiven Gewaltschutzes: Jeden zweiten Tag wird eine Frau durch ihren (Ex-)Partner getötet, alle drei Minuten wird eine Frau Opfer häuslicher Gewalt. Trotz dieser erschreckenden Zahlen weisen Hilfestrukturen und deren Finanzierung nach wie vor eklatante Lücken auf; tausende Frauenhausplätze fehlen. Der Schutz von gewaltbetroffenen Frauen muss also dringend ausgebaut werden.
Doch die notwendigen Verbesserungen kommen nur im Schneckentempo voran: Die Finanzierung der Frauenhäuser erfolgt je nach Bundesland und Kommune in unterschiedlichem Maße aus Landes- und Kommunalmitteln; etliche Frauenhäuser sind sogar auf Spenden angewiesen. Betroffene, die nicht sozialleistungsberechtigt sind, müssen in vielen Bundesländern so hohe Unterbringungskosten zahlen, dass sie sich einen Platz nicht leisten können. Große Unterschiede bestehen hinsichtlich der Quantität und der Qualität der Hilfsangebote.
Ob Frauen Schutz und Hilfe bei häuslicher Gewalt finden oder nicht, darf aber nicht vom Wohnort abhängen. Schutz und Unterstützung in Frauenhäusern müssen in allen Regionen Deutschlands gleichermaßen gesichert und zugänglich sein.
Der DGB fordert deshalb eine konsequente, unverzügliche Umsetzung des Gewalthilfegesetzes und die ausreichende Finanzierung des Hilfesystems mit Frauenhäusern, Schutzwohnungen, Fachberatungsstellen bei häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt, Interventionsstellen und Täterarbeit.
Der DGB fordert die Länder auf, die Vorgaben des Gewalthilfegesetzes zügig umzusetzen, so dass sie bis 2027 flächendeckend Beratungsangebote und Schutzunterkünfte für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder sicherstellen können.
Der DGB begrüßt den ab 2032 einklagbaren Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung. Auch eine verstärkte Täterarbeit ist notwendig, um geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt wirksam zu bekämpfen.
Der DGB macht sich stark dafür, dass alle staatlichen Institutionen bei der Bekämpfung häuslicher Gewalt so ausgestattet werden, dass die notwendigen personellen Ressourcen und Qualifikation der Beschäftigten zur Verfügung stehen.
Kommt am 24.11. nach Limburg. Die Kundgebung startet um 16.30 am Neumarkt.
Setzt mit uns ein Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen.
Den Aufruf der DGB Frauen findet ihr hier
https://frauen.dgb.de/themen/++co++069f8c5e-a0f1-11ef-88cf-4b9dae06ad51